Friedensmahnwache

Bild vom 9.8.2018

Friedensmahnwache am 9.8.2018


Werden wir auf der Erde überleben?

Stephen Hawking

aus dem Buch

„Kurze Antworten auf große Fragen“

Im Januar 2018 stellte The Bulletin of the Atomic Scientists, eine Körperschaft, die einige Physiker begründeten, die am Manhatten-Projekt gearbeitet hatten, die Atomkriegsuhr oder auch Doomsday Clock auf zwei Minuten vor zwölf. Mit der Atomkriegsuhr, die auch als „Uhr des Jüngsten Gerichts“ bekannt ist, wird der Abstand zu der Katastrophe – sei sie militärisch oder ökologischer Art – gemessen, die unsererm Planeten bevorsteht.

Die Uhr hat eine interessante Geschichte. Sie wurde im Jahr 1947 in Betrieb genommen, zu einem Zeitpunkt also, als das Atomzeitalter gerade erst begonnen hatte. Robert Oppenheimer, wissenschaftlicher Leiter des Manhatten-Projekt, sagte später über die erste Explosion einer Atombombe, die zwei Jahre zuvor, am 16. Juli 1945, stattgefunden hatte: „Wir wussten, dass die Welt nicht mehr dieselbe sein würde. Einige wenige Menschen lachten, einige wenige weinten, die meisten waren still. Ich musste an eine Zeile aus der Bhagavadgita denken, der Heiligen Schrift der Hindus: „Jetzt bin ich der Tod geworden, Zertrümmerer der Welten.“

Im Jahr 1947 stand die Uhr auf sieben Minuten vor zwölf. Heute ist sie dem Doomsday (Tag des Weltuntergangs oder des Jüngsten Gerichts) näher als je zuvor, außer in den frühen 1950er Jahren (1953), zu Beginn des Kalten Krieges. Diese Uhr und ihre Zeitanzeige haben natürlich rein symbolische Bedeutung, aber als Wissenschaftler sehe ich mich genötigt, diese alarmierende Warnung anderer Wissenschaftler ernst zu nehmen, die zumindest teilweise durch die Wahl von Donald Trump motiviert war. Ist diese Uhr, verbunden mit der Vorstellung, dass die Zeit tickt oder für die Menschen sogar abläuft, realistisch oder Panikmache? Kommt ihre Warnung zur rechten Zeit – oder ist alles nur Zeitverschwendung?