Presse

Besigheim, 12.November 2017

Die Planung für den „Enzpark“ – die Umgestaltung des Besigheimer Enzufers unmittelbar vor der der historischen Stadtsilhouette – hat in der Bevölkerung ein unterschiedliches Echo gefunden. Viele Bürger lehnen die geplanten – z.T. schon erfolgten – Baumfällungen ab und befürchten weiteren Kahlschlag bzw. unzureichenden Ersatz. Beispielsweise ist für die vollständige Wegnahme der beliebten Kastanien auf dem Enzplatz die Pflanzung von nur kleinwüchsigen Bäumen vorgesehen.

Heftige Kritik zahlreicher Bürger wurde an der ersten Baumaßnahme laut, den sogenannten Enztreppen, die anders als in der ursprünglichen und der Bevölkerung vorgelegten Planung ausgeführt worden ist. Der Wettbewerbsentwurf des Kölner Architekturbüros Club L94 sah eine bis ans Wasser der Enz reichende Treppenanlage vor. Gebaut wurde das genaue Gegenteil : eine hohe Betonmauer mit Umwehrung versperrt künftig den Zugang zum Wasser.

Die veränderte Ausführung der Enztreppen wurde der Bürgerschaft nicht mitgeteilt. An der Baustelle war bis zuletzt eine Schautafel mit der ursprünglichen Planung aufgestellt.

Dieser erste, teuere und nicht nur nach unserer Meinung großartig missglückte Ausführungs-Abschnitt – von vielen als Schildbürgerstreich bezeichnet – hat noch mehr Bürger verunsichert und ihre Skepsis gegenüber der weiteren Planung bestärkt. Im Vordergrund stehen dabei befürchtete weitere Baumfällungen und der damit verbundene Verlust an wertvoller grüner Umgebung unmittelbar vor der Stadt. Der Aufenthalt unter großen Bäumen wird in weiten Teilen der Bevölkerung – wie auch von zahlreichen Besuchern – als geliebter und unverzichtbarer Teil der Stadt geschätzt.

Nach Auskunft der Stadtverwaltung sollen im aktuellen Planungsabschnitt viele Bäume gefällt werden – wegen der geplanten Fußgängerbrücke, des vorgesehenen Spielplatzes, des Parkhauses, der veränderten Wegführung. Inwieweit die Planung bestehende und markante Bäume berücksichtigt, ist nicht bekannt. Nach den bisherigen Maßnahmen ist zu befürchten, dass Bäume ohne tatsächliche Not fallen werden und dass andere Bäume, die nur wegen des temporären Einsatzes von Baumaschinen gefällt werden, nicht ersetzt werden.

Wir, der Arbeitskreis Enzufer, haben uns formiert, um der Stadtverwaltung unmissverständlich zu signalisieren, dass die Erhaltung des Baumbestandes von der Bürgerschaft als vorrangiges Gut betrachtet und jeder Eingriff aufmerksam verfolgt wird. Als deutlich sichtbares Zeichen nummerieren und fotografieren wir bei unserer heutigen Aktion die Bäume im aktuellen Planungsbereich.

Dies soll gleichzeitig unseren Wunsch nach mehr Einbeziehung der Bürger in die weitere Planung und Ausführung des gesamten Projektes unterstreichen. Wir begrüßen ausdrücklich, dass im kommenden Jahr eine Bürgerversammlung zu diesem Thema vorgesehen ist. Diese kann im Sinne des Stadtleitbildes ein Baustein einer verstärkten Bürgerbeteiligung sein, und unsere heutige Aktion kann dazu eine erste Gesprächsgrundlage bieten.

Insbesondere im Hinblick auf die anstehenden dringenden Aufgaben unserer Gesellschaft – Klimawandel, Energiewende, soziale Herausforderungen, Erhaltung der Lebensgrundlagen für alle – gilt es, unsere Stadt zukunftsfähig zu gestalten. Das wird nur gemeinsam gelingen. Das Projekt der Enzufer-Umgestaltung bietet dafür eine Chance, die wir nicht vergeben sollten und zu der wir gern unseren Beitrag leisten wollen.

Kontakt :
Sabine Kumkar sabine(at)kumkar.de
Rüdiger Erk ruediger.erk(at)web.de