AK-Enzufer

Es glänzt halt nicht alles, auch wenn es Gold ist! Dies zu dem Halbsatz: „an vielen Stellen sollte man eher von Gestrüpp reden“ in Ihrem Kommentar zur Umgestaltung der Enzauen in Besigheim. Bruchholz und Sträucher bieten Lebensraum für zahlreiche Insekten, Vögel, Fledermäuse und andere Tiere.

Trotz zahlreicher Warnungen, wird unsere Landschaft immer mehr ausgeräumt, was dazu führt, dass viele Tierarten einfach verschwinden. Die negativen Folgen für den Menschen werden derzeit viel diskutiert und dürften sich auch bis in die Redaktionsräume der Bietigheimer Zeitung herumgesprochen haben. Dass Besigheim der einzige Erholungsort im Landkreis Ludwigsburg ist, dürfte ebenso bekannt sein, allerdings ist seine Waldfläche eine der kleinsten. Im Hartwald wird eine „Waldumwandlung“ angestrebt, um Bauplätze zu schaffen, weitere Baugebiete sind im Gespräch, sowie ein weiteres Gemeinschaftsindustriegebiet an der Anschlussstelle Mundelsheim der A81, der Siedlungsdruck wächst.

Die Stadt Besigheim fordert in ihrem Stadtleitbild ausdrücklich jeden Bürger, jede Bürgerin auf, sich zum Wohle der Gemeinschaft einzubringen. Der Arbeitskreis Enzufer sieht sich hier nicht als Verhinderungsinstitution sondern hat durchaus Vorschläge, wie man einen zukünftigen Enzpark attraktiv gestalten kann, ohne zu massiv in den Uferbereich einzugreifen. Dabei geht es nicht nur um einzelne Bäume; wer sich beispielsweise die Mühe macht, zwischen Enzterrasse und Wasserrad am Ufer entlang zu gehen, wird ein landschaftliches Kleinod entdecken, das nur weniger landschaftspflegerischer Maßnahmen bedarf, um für diejenigen attraktiv zu sein, die Erholung in der Natur suchen. Hier ist die Enz tatsächlich erlebbar.

Unser Wohlstand hängt, wie man allenthalben zu hören bekommt, am Auto, deshalb ist es kein Problem, ein Parkhaus im Überschwemmungsgebiet genehmigt zu bekommen. Dennoch sollten wir uns Gedanken darüber machen, ob das, was wir fürs Auto tun auch immer den Menschen wohlgetan ist.

Außerdem ist ein wenig Romantik durchaus angebracht: Schon in früheren Zeiten, zog Besigheim wegen seiner so genannten „wild-romantischen“ Erscheinung umrahmt von Wasser, Uferwäldchen und Weinbergen viele Landschaftsmaler an. Auch heute sind es diese heraus stechenden Merkmale, die Besigheim, für viele Einheimische und Touristen anziehend macht. Schon alleine deswegen sollte man dies bei der Planung berücksichtigen, auch wenn man kein Romantiker ist.

Leserbrief von Rüdiger Erk
zum Kommentar „Die Kritik überdenken“